211207 Merkwürdigkeiten des Alltags!

Die Tür ist zu! - Warum wir warten müssen!

Wir gingen zum Mittagessen. In der Firma hatten wir uns schnell auf die Wirschaft an der Stadtmauer geeinigt. Dort konnte man gemütlich, gut und günstig zu Mittag essen.

Wir nahmen die übliche Abkürzung durch die Seitengasse, zu der kleinen Nebentür in der alten Stadtmauer. Vor der Tür stand eine Gruppe von Kollegen. Noch bevor wir "Hallo" sagen konnten hieß es:
"Die Tür ist zu."
"Was, die Tür ist zu?"
"Ja, die Tür ist zu."
"Ach, so?"

Wir gesellten uns dazu. Es wurde überlegt in ein anderes Lokal zu gehen, aber schließlich hatte man sich schon festgelegt. Kaum ein Lokal könnte es mit dem schon gewählten aufnehmen. Mitten in der folgenden Diskussion über den Sinn mittelalterlicher Stadtmauern (und wie man sie überwinden könnte) kamen wieder ein paar Kollegen dazu:
"Die Tür ist zu."
"Was, die Tür ist zu?"
"Ja, die Tür ist zu."
"Ach, so?"

In der allgemeinen Ratlosigkeit ging ich zur Tür, und drückte die Klinke. Die Tür war nicht nur zu, sondern auch verschlossen. Das hätten sie auch schon probiert, meinten einige. Klopfen hätte auch nichts gebracht, meinten andere. Rufen hätte wohl wenig Sinn, bei der soliden mittelalterlichen Architektur.
Die Diskussion teilte sich in mehrere Gruppen, so dass ich den Überblick verlor. Einige Grüppchen wechselten das Thema. Ich bekam ausschnittweise mit wie über einige Firmenprojekte, das letzte Wochenende oder die Urlaubsplanung geredet wurde. Die Ansammlung wuchs weiter, und so hörte man immer mal wieder:
"Die Tür ist zu."
"Was, die Tür ist zu?"
"Ja, die Tür ist zu."
"Ach, so?"

Mein Magen knurrte. Eigentlich wollte ich ja auch etwas essen.
"Ich hab' hunger, ich gehe außenrum",
sagte ich in die Menge, ohne dass es sonderlich zu interessieren schien.
"Sag' Bescheid, dass sie die Tür aufmachen!", rief mir jemand nach
"Ok, ich sage ihnen, sie sollen die Tür öffnen.", antwortete ich.


Ich ging zwei Ecken weiter, bis zum Haupttor. Auf der anderen Seite der Stadtmauer ging es zurück, bis zur Witschaft. Sie war erstaunlich leer für diese Uhrzeit. Ich bekam sofort einen Platz, und wurde schnell bedient. Herrlich, so ruhig war es hier selten. Als ich überlegte, ob ich die Gunst der Stunde nutzen, und noch einen Nachtisch bestellen sollte, hatte ich ein komisches Gefühl. Ein ganz merkwürdiges Gefühl.
Ein Gefühl, als hätte ich etwas vergessen ...

21.12.07 15:03

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